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Green Controlling – Aufgaben und Herausforderungen

Unter dem Stichwort „Green Controlling“ wird Nachhaltigkeit in das Unternehmenscontrolling eingearbeitet. Was für Auswirkungen wir das in Zukunft auf die Aufgaben des Controllers haben?
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Wenn die globale Temperatur um 2°C ansteigt, werden mehrere Milliarden Menschen an verschiedensten Orten der Erde an Wasserknappheit leiden. Immer wieder begegnen einem diese und ähnliche Nachrichten im alltäglichen Leben. Nachhaltigkeit gehört schon lange zu den aktuellsten Diskussionsthemen, die Sensibilität dafür nimmt in allen Lebensbereichen zu. Das betrifft auch das Controlling. Unter dem Stichwort „Green Controlling“ werden ökologische Aspekte in das Unternehmenscontrolling eingearbeitet.

Nachhaltigkeit im Controlling.


Das Green Controlling ist dafür zuständig, im Unternehmenscontrolling die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Diese müssen stärker in die Unternehmenssteuerung eingearbeitet werden, um somit die Effekte und Ziele ökologischer Unternehmensstrategien zu überprüfen. In diesem Zuge soll das Controlling die Unternehmensleitung in der Umsetzung von ökologischen Themen beraten.

Mit diesen neuen Ansprüchen und Themengebieten erweitert sich auch das Aufgabenspektrum des Controllers. Es bedarf neuer Kennzahlen und Bewertungsansätze sowie einer anderen Kommunikation und Interpretation von Investitionsmöglichkeiten. Folgende neue Aufgaben lassen sich definieren:

  • Weiterentwicklung der Controlling-Strukturen und -Systeme entsprechend den nachhaltigen Aspekten
  • Entwicklung „grüner“ KPIs
  • Investitionsrechnungen entsprechend anpassen, um Investitions- und Innovationsmaßnahmen beurteilen zu können
  • Überwachung der nachhaltigen Ziele
  • Durchführung von Wettbewerbsanalysen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Entwicklung von nachhaltigen Erfolgsfaktoren
  • Erhöhung der Sensibilität für nachhaltige Themen im Unternehmen

Aktuell ist jedoch die Umsetzung dieser neuen Aufgaben noch eine Herausforderung für das Controlling. Insbesondere die Messung und Bewertung von Nachhaltigkeitsinitiativen gestalten sich noch schwer, da sich beispielsweise Investitionen in diesem Bereich eher langfristig rentieren und es oft an konkreten, messbaren KPIs fehlt. Der Standard der ‚Sustainability Reporting Guidelines‘ der Global Reporting Initiative (globalreporting.org) bildet allerdings einen Anfang. In den Richtlinien werden rund 130 Indikatoren definiert, anhand welcher sich die Nachhaltigkeitsperformance in Bezug auf die ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimension messen lässt.

Des Weiteren ruft die interne Kommunikation häufig noch Probleme hervor, da die Rollenverteilung nicht klar geregelt ist, es an Abstimmung fehlt und Verständnisprobleme sowie Wissensdefizite existieren. Prozesse müssen noch etabliert und optimiert werden, da es wenig Erfahrung im Umgang mit Nachhaltigkeitsinitiativen in Unternehmen gibt. Wichtig ist daher die gemeinsame Erarbeitung dieser Themen.

Green Controlling umsetzen – Modelle und Ansätze


Doch wie kann Nachhaltigkeit zufriedenstellend erreicht werden? Als Anhaltspunkt dient beispielsweise das Drei-Säulen-Modell nachhaltiger Entwicklung, was sich aus der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension zusammensetzt. Die These dieses Modells besagt, dass nachhaltige Entwicklung nur durch ein Zusammenwirken von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen möglich ist. Die ökologische Dimension bezieht sich vor allem auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, wie zum Beispiel Wasser. Die ökonomische Dimension meint den langfristigen Wohlstand und die soziale Dimension thematisiert wiederum die gerechte Güterverteilung sowie die Generationengerechtigkeit.

Grüne Geschäftsmodelle mit vielen Treibern und Variablen sind noch nachhaltiger, wenn sie langfristig gedacht werden. Beginnend bei dem Einzelnen bis hin zu Konzernen bezieht sich eine nachhaltige Verantwortung auf alle drei Dimensionen. Bei Unternehmen stand bislang vor allem die ökonomische Dimension im Fokus, durch die zunehmende Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf ein nachhaltiges Verhalten rücken jedoch auch die zwei anderen Dimensionen immer mehr in den Vordergrund. Um als Unternehmen langfristig im Bereich der Nachhaltigkeit erfolgreich sein zu können, dient das Fünf-Stufen-Modell als Orientierung.

Blog_Green-Controlling
Fünf-Stufen-Modell zum nachhaltigen Unternehmenserfolg. In Anlehnung an: Nidumolu/Prahald/Rangaswami (2009), In fünf Schritten zum Nachhaltigen Unternehmen, in: Harvard Business Manager, H. 12 (2009), S. 56. (c) ICV, 2011. (Quelle)

Das Fünf-Stufen-Modell bietet einen Leitfaden, sich als Unternehmen Schritt für Schritt zu entwickeln und das Thema Nachhaltigkeit auch für den wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen. Die Nachhaltigkeit birgt viele Chancen aus unternehmerischer Sicht, da neue Produkte, Geschäftsmodelle und Märkte entwickelt werden können. Sie dient also ebenfalls als ökonomische Investition in die Zukunft. Um die Stufen erfolgreich absolvieren zu können, muss die Entwicklung jedoch ganzheitlich stattfinden. Alle Unternehmensbereiche sind Teil dieses Prozesses und leisten ihren Anteil zum Erfolg, so auch das Controlling.

Wie wird sich das Green Controlling zukünftig weiterentwickeln?


Nachhaltigkeit wird langfristig in allen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen, gerade in Bezug auf den Klimaschutz. So wird die Thematik auch im Controlling unausweichlich sein und sich zunehmend als fester Bestandteil etablieren. Dennoch sollte dies nicht nur im Sinne der ökologischen Dimension, sondern auch als Chance für wirtschaftliche Performance betrachtet werden, da sich damit ein neues Feld in der Ökonomie eröffnet. Nur wenn eine Investition in nachhaltiges Wirtschaften auch als Investition in erfolgreiches Wirtschaften verstanden wird, werden wir hier langfristige und ausschlaggebende Veränderungen sehen.

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